Wann kommt die Wende?

Was der Forst- und Rechtswissenschaftler Wilhelm Bode in einem (äußerst lesenswerten) Buch einst formulierte, müsste eigentlich schon längst von wichtigen, politischen Instanzen abgesegnet und eingeleitet sein: Die Waldwende.
Aber dabei tut man sich offensichtlich schwer, weil ja im deutschen Wald angeblich alles so schön nachhaltig, naturgemäß und multifunktional ist.

Zumindest sagen das die Verbände, die die Forstwirtschaftslobby in Deutschland vertreten, und die Politiker, die ja sowieso alles besser wissen. In der Energiepolitik hat Fukushima den entscheidenden Impuls zur „Energiewende“ in unserem Land gegeben. Beim Wald schaut man lieber weg, wenn die Katastrophe Platz greift. 
Wälder verschwinden in weiten Landstrichen von der Bildfläche, wie zum Beispiel im Hochsauerland (einst eine der waldreichsten Regionen Deutschlands!). Hier findet zurzeit der „Größte Anzunehmende Unfall“ (im Fachjargon GAU genannt) statt. Fichten-Fehlbestockungen haben großflächig das Zeitliche gesegnet. Aber die Forstwirtschaft hat nichts dazu gelernt: Auf Fichte folgt wieder der Katastrophen-Baum Fichte und als Alibi-Baum im Zeichen des Klimawandels noch dazu die aus Nordamerika importierte Baumart Douglasie! Festzustellen ist: Auch nach 150 Jahren Forstgeschichte werden jetzt wieder die gleichen historischen Fehler gemacht. Dies alles, weil ein ökologisches Gewissen fehlt und Profitsucht den Wald regiert.

Literaturhinweis: BODE, W. & HOHNHORST, M.v. (1994): Waldwende – Vom Försterwald zum Naturwald, Verlag C. H. Beck, München

Norbert Panek - 31.05.2011

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