Hintergrund

Der Schummel mit den Zahlen 

-Unvollständig erhobene Holzeinschlagmengen täuschen die Öffentlichkeit 

Seit Jahren wird uns erzählt, dass die Nutzung unserer Wälder nachhaltig ist, d. h. es wird nur maximal so viel Holz geerntet, wie im gleichen Zeitraum wieder nachwächst. In der Regel läge die Holzentnahme sogar weit unter dem Zuwachs. Untersuchungsergebnisse der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft (Institut für Ökonomie) belegen nun, dass die bisherigen, statistisch ermittelten Holzeinschlagmengen falsch bzw. insgesamt deutlich zu niedrig angesetzt sind. Demzufolge ist eine genaue Prüfung der "Massennachhaltigkeit" in der Waldnutzung seit längerem nicht gewährleistet. Bisherige Berechnungen führten zu verfälschenden Aussagen. Außerdem sind bei der Herleitung der Netto-Kohlenstoffsenkenwirkungen von Wäldern beträchtliche Fehlerquoten zu unterstellen. Entsprechende Berechnungen, die auch in internationale Berichtssysteme einfließen, präsentieren ein Zerrbild vom deutschen Wald.

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Unbewirtschaftete Wälder sind artenreicher!

Seit Jahren wird von Forst- und Holzwirtschaftsverbänden immer wieder behauptet, dass die biologische Vielfalt von Wäldern durch die forstwirtschaftliche Nutzung begünstigt wird bzw. sich die Artenzahlen dadurch erhöhen. Zuletzt wurde diese gewagte These in einer Pressemitteilung der "Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V." verbreitet. Originalton: "Entgegen der Behauptung, einzig die Stilllegung großer Waldgebiete führe automatisch zu einer größeren Artenvielfalt, zeigen Untersuchungen, dass in einem nachhaltig bewirtschafteten Wald die Artenzahl deutlich höher ist. Erst zielgerichtete Waldpflegemaßnahmen erzeugen vielfältige Strukturen, bringen Licht und Wärme auf den Waldboden und schaffen so günstige Voraussetzungen für ökologische Nischen. Wenn Waldflächen aus der Nutzung genommen werden, profitieren einige wenige Arten, die Lebensräume anderer Arten wiederum verändern oder verschlechtern sich." Der zitierte Verein erwähnt zwar "Untersuchungen", belegt sie aber nicht. 

In einer europaweiten Meta-Analyse wurden nunmehr Bewirtschaftungseffekte in Wäldern und deren Auswirkungen auf die Artenvielfalt verschiedener Organismengruppen genauer untersucht (siehe PAILLET et al. 2010). Resultate der Studie wurden u. a. von dem Totholzkäfer-Spezialisten Dr. Jörg Müller zusammengefasst und kürzlich in der Zeitschrift AFZ-Der Wald (Nr. 17/ 2011) veröffentlicht. Das Ergebnis ist eindeutig: "Über alle Gruppen hinweg war die Artenzahl in ungenutzten Wäldern höher als in genutzten. Holznutzung hatte negative Folgen für die Artenzahl bei den Artengruppen, die an Wald-Kontinuität, Totholz und alte Bäume gebunden sind (Moose, Flechten, Pilze, Holzkäfer) sowie bei Laufkäfern." Nur bei den Gefäßpflanzen erhöhte die Holznutzung die Artenzahl. Bodenverwundungen (durch Holzerntemaschinen), Nährstoffeinträge etc. schaffen neue Wuchsorte vor allem für Störungs- und Eutrophierungszeiger sowie für Neophyten. Ein weiterer Effekt ist nun auch wissenschaftlich belegt: Der Artenreichtum steigt mit zunehmender Reife des Waldes, d. h. ungenutzte Wälder werden immer artenreicher, je länger und ungestörter sie sich entwickeln können. Kahlschlagwirtschaft wirkt sich hingegen am negativsten auf die Artenvielfalt aus. Zudem ist das geringe Baumalter in Wirtschaftswäldern ein limitierender Faktor. Müllers abschließendes Urteil: "Die Aussage, dass bewirtschaftete Wälder in Europa artenreicher seien, ist nach heutiger Datenlage nicht mehr haltbar und irreführend."

Literaturhinweis

PAILLET, Y. et al. (2010): Biodiversity Differences between Managed and Unmanaged Forests: Meta-Analysis of Species Richness in Europe, Conservation Biology 24 (1): 101 - 112.

MÜLLER, J. & LEIBL, F. (2011): Unbewirtschaftete Waldflächen sind europaweit artenreicher, AFZ-Der Wald 66 (17): 20 - 21.

AGR fordert Stopp der Wald- und Artensterbenskampagne des Naturschutzes, Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. vom 24. Januar 2012.

Norbert Panek - 03.02.2012  

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Rettet den Wald - Horst Sterns Botschaft

Seine TV-Serie "Sterns Stunde" hatte in den 1970er Jahren Fernsehgeschichte geschrieben. Ältere Zeitgenossen werden sich noch an den legendären Rothirsch-Film erinnern, der am Heiligabend 1971 über die Bildschirme flimmerte und die deutsche Jägerschaft in Wallung brachte. Mit spitzer Zunge geißelte der Journalist Stern vor einem Millionenpublikum die stark überhöhten Wildbestände im deutschen Wald, verursacht durch fragwürdige Praktiken einer privilegierten Minderheit von Freizeit-Jägern. Heute, rund 40 Jahre später, hat sich im Grunde nicht viel geändert: Die Schalenwilddichten sind so hoch wie noch nie und immer noch wird viel zu wenig Wild geschossen, zu uneffektiv gejagt. Notwendige Schutzmaßnahmen gegen Wildverbiss kosten den Waldbesitzern jährlich mittlerweile rund 90 Mio. Euro! Aber macht ja nix: Jagdvergnügen geht augenscheinlich vor.

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Einfalt statt Vielfalt

Der deutsche Wald – die Zahlen der dritten Bundeswaldinventur

Zahlen der aktuellen, im Jahr 2012 abgeschlossenen Bundeswaldinventur offenbaren erneut die ganze Misere im deutschen Wald.Die Waldfläche Deutschlands umfasst zurzeit rund 11,420 Millionen Hektar (Holzbodenfläche: 10,9 Millionen Hektar).
Davon sind (laut aktuell gültiger Bundeswaldinventur):
25 % Fichtenbestände sowie 28,8 % Kiefern- und sonstige Nadelholzbestände

10,4 % Eichenbestände
33 % Buchen- und sonstige Laubholzbestände. Der Anteil der Buchenbestände liegt bei 15,4 %.

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Hessen verweigert Schutz für letzte Laub-Urwälder

Am nordhessischen Edersee, nahe der Stadt Kassel, wachsen die letzten Laub-Urwälder Deutschlands, -kleine Überbleibsel aus einer mehrtausendjährigen Periode der Waldzerstörung. Dass es diese Wälder überhaupt noch gibt, ist ein Wunder. Doch die hessische Landesregierung möchte die weltweit bedeutenden und einmaligen Urwaldrelikte weder in den bereits bestehenden Nationalpark „Kellerwald-Edersee“  noch in die Kulisse einer geplanten „Weltnaturerbe“-Nominierung eingliedern.

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