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Aktuelles
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Dienstag, den 08. August 2017

Bundes-BI Waldschutz gegründet

Im Juli 2017 hat sich in Darmstadt eine Bundes-Bürgerinitiative Waldschutz gegründet. Sie vereint zahlreiche Bürgergruppen und Einzelpersönlichkeiten aus mehr als 10 Bundesländern, die sich teilweise schon seit Jahren für einen besseren Schutz der Wälder in Deutschland einsetzen. Nach Ansicht der Initiative ist im deutschen Wald "eine neue und sehr gefährliche Entwicklung erkennbar." Seit den Reformen der Landesforstverwaltungen sei zunehmend eine holzfabrik-mäßige Nutzung der Wälder in den Vordergrund gerückt. Die gesetzlich festgelegten Schutz- und Erholungsfunktionen der Wälder hätten dabei massiv an Bedeutung verloren. Die Defizite seien aus den Daten der aktuellen Bundeswaldinventur deutlich ablesbar. "Die Wälder sind schutzlos einer industriemäßigen Forstwirtschaft ausgeliefert, die zwar den "Preis" von Wäldern kennt, nicht aber deren Wert." Der administrative Naturschutz sei zudem zu einem "zahnlosen Bürokraten-Tiger" mutiert. Da in nahezu allen Bundesländern die gleiche Problematik zu beobachten sei, könne die Initiative nicht mehr länger tatenlos zusehen. Sie fordert, "den seit mehr als 10 Jahren mit der Forstreform beschrittenen Weg wieder zu verlassen". In öffentlichen Wäldern sollten die Bürger bei forstlichen Planungen angemessen beteilgt werden. Staatliche Forstbetriebe dürften nicht länger erwerbs- und profitorientiert wirtschaften. Einen Katalog mit Forderungen hat die Bundesinitiative kürzlich u. a. an die für Wald und Umwelt zuständigen Bundesministerien gesandt. Darin plädiert die Initiative u. a. für eine ökologisch gerechte Bewirtschaftung der öffentlichen Wälder nach dem "Lübecker Modell".   

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Mittwoch, den 14. Juni 2017

Schützt endlich die Urwälder am Edersee

Am nordhessischen Edersee gibt es, man glaubt es kaum, noch kleinflächige Urwaldreste in den unzugänglichen Hanglagen, die auf der nördlichen Seeseite bislang nur unzureichend geschützt sind. Gerade einmal rund 380 Hektar hat der Landesbetrieb Hessen-Forst dort offiziell aus der Forstnutzung herausgenommen. In den Randflächen wird aber weiterhin ungehindert intensive Forstwirtschaft betrieben. Auf die im internationalen Maßstab einzigartige Bedeutung der Steilhang-Urwälder macht jetzt ein neuer, hochwertiger Bildband aufmerksam. -Titel: Verborgene Urwälder am Edersee (erschienen im Ambaum Verlag). Die Autoren Ralf Kubosch und Norbert Panek wollen damit auch für einen besseren Schutz der Wälder werben. Als zukünftige Schutzform könnte ein "Nationales Naturmonument" in Frage kommen. Bislang gibt es nur zwei solche Schutzeinrichtungen in Deutschland (Ivenacker Eichen, Bruchhauser Steine). Ein drittes "Naturmonument" an den Edersee-Steilhängen wäre die ideale Lösung, um den Schutz der mitteleuropaweit wertvollen Wälder endlich großflächig und dauerhaft sicherzustellen.

>Bildband-Bezugsadresse: www.ambaum-verlag.de  

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Mittwoch, den 26. April 2017

"Kranker" Wald als Gesundmacher?

"Therapie unter Tannen" ist der vielsagende Titel einer 3Sat-Dokumentation, die am 27. April 2017 (20.15 Uhr) ausgestrahlt wird. Anschließend diskutiert Moderator Gert Scobel u. a. mit dem Lübecker Forstökologen Knut Sturm über den "Patient Wald", der durch den Einfluss des Menschen auch bei uns in Deutschland mittlerweile immer mehr in Bedrängnis kommt. Die Frage, welche Funktionen (Ökosystemleistungen) unsere Wälder in Zukunft eigentlich verstärkt erfüllen sollten, scheint nunmehr auch medial immer mehr in den Fokus zu rücken. Dabei könnte es klug sein, insbesondere den öffentlichen Wald nicht mehr länger als Holzfabrik zu mißbrauchen. Der Journalist Horst Stern wusste bereits vor fast 40 Jahren, "dass die naturferne Industriegesellschaft schon sehr bald körperlich und geistig nichts nötiger haben wird als ihr größtes noch intaktes Natursystem ...". Der Wald als beliebiger Rohstofflieferant hätte dann wohl ausgedient!

www.3sat.de/scobel/

>Norbert Panek (2013): Wilder Wälder braucht das Land, Ambaum Verlag.

>Beitrag "Rettet den Wald - Horst Stern's Botschaft" unter Menüpunkt Hintergrund auf dieser Seite

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Montag, den 20. März 2017

Spessart außer Rand und Band

Als der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer im letzten Jahr auf einer Kabinettssitzung beiläufig verkündete, dass es in Bayern einen dritten Nationalpark geben solle, zeigten sich Naturschützer zunächst irritiert. Nachdem die bayerische Landesregierung über Jahre hinweg alles Mögliche angestellt hatte, um einen Nationalpark im Steigerwald zu verhindern, nun also die Seehofer'sche Spezial-Kehrtwende! Wer aber glaubt, dass der Steigerwald jetzt doch noch eine neue Chance bekommen würde, ist schief gewickelt. Mit der so genannten Kehrtwende bleibt die Buchenwaldregion rund um Ebrach weiterhin aus allen Standort-Debatten ausgeschlossen. Begründung: "Regionale Widerstände" - obwohl sich gerade dort jetzt eine breite Bürgerbewegung für einen Nationalpark zu artikulieren beginnt. Aber im Spessart, in der zweiten aussichtsreichen Region mit Nationalpark-Ambitionen, haben sich die Gegner ebenfalls bereits lautstark formiert. Ihr Wortführer ist der CSU-Landtagsabgeordnete Peter Winter, dessen Aktivitäten von einem eigens neu gegründeten Verein "Wir im Spessart" getragen werden. Auf der anderen Seite haben Nationalparkbefürworter die Initiative "Freunde des Spessarts" ins Leben gerufen. Die Situation erinnert stark an die Anfangsphase der Nationalpark-Debatte im nordhessischen Kellerwald (in den 1980er Jahren). Dort hatten die Nationalparkpläne zunächst ebenfalls nur Chaos in Form eines riesigen Informationsvakuums angerichtet, in dem die Gerüchte-Küche nur so brodelte. Unterdessen wird die Nationalpark-Diskussion und damit auch die Arbeit der bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf von ihren eigenen Parteikollegen aus der CSU-Fraktion offen torpediert und im Hintergrund agiert eine schwarz lackierte Forst- und Holzmafia, die dafür sorgt, dass die Gerüchte-Küche weiter unbehelligt vor sich hin köcheln kann. Seehofers "Kehrtwende" wirkt von außen wie eine schlecht inszenierte Theatervorstellung und schadet letztlich in jeder Hinsicht nur dem Naturschutz.

>Lesen Sie weiter unter Menüpunkt "Hintergrund"!

Internetseiten: www.freunde-des-spessarts.de; www.wir-im-spessart.de; www.np3.bayern.de

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